Die Zucht

Die Kaudernizucht wie auch das Ablegerbecken habe ich aus Zeitgründen leider aufgeben müssen.

 

Sofern sich ein Kaudernipärchen gefunden hat und sich die Tiere wohl fühlen, steht der Vermehrung nichts im Weg. Gruppenhaltung mehrerer Tiere ist selten und nur in großen Becken möglich, wo sich die Agressivität auf mehrere Tiere verteilt. Gleichgeschlechtliche Kaudernis sind untereinander aggressiv und jagen den Rivalen bis zum Tod.

 

Ein Balzverhalten habe ich nie beobachten können. Aber ein Pärchen bleibt/schwimmt die meiste Zeit zusammen.

Das Männchen trägt die Eier ca. 29-31 Tage im Maul.

Wenn man seine Tiere kennt fällt dem Pfleger recht schnell das volle Maul des Männchens auf. Auch die Verweigerung von Futter könnte ein Zeichen dafür sein. Mit der Zeit werden die Eier/Jungtiere größer und das Maul und die Kiemen des Männchens spreizen sich immer mehr.

 

Das Männchen frisst in dieser Brutzeit nichts. So kommt es leider oft vor, dass vor allem unerfahrene Männchen diese Fastenzeit nicht aushalten und die Eier verspeisen. Dies kann auch mehrmals vorkommen. Aber auch Stressituationen können zum Verschlucken oder Ausspucken der Eier fürhren. Für eine beabsichtigte Zucht der Kaudernis ist also ein gut genährtes Männchen eine Voraussetzung.

 

Wichtig ist auch zu wissen, dass das Weibchen nichts mehr mit der Brut zu tun hat. Sie hat sogar, wenn sich die Gelegenheit bietet die Jungtiere zum Fressen gern.

 

Auch das Männchen kann trotz vollzogener Ausbrütung der Jungtiere bis zum letzten Tag, beim Ausspucken die Kleinen auch noch jagen und verspeisen.

Ich habe sobald ich das Männchen mit Eiern im Maul sah, das Männchen 30 Tage lang genau beobachtet. Mit etwas Glück kann man die Jungtiere auch im Maul sehen. In der Nacht habe ich dann mit Hilfe eines Keschers und einer Taschenlampe das Männchen behutsam in einen Brutkasten überführt. Wichtig ist, dass der Brutkasten ein Zweikammersystem mit Sieb hat, wo die Jungtiere durchfallen und dadurch vor dem Männchen geschützt sind.

 

Auf eine ähnliche Art und Weise kann man das Männchen auch zum „Ausspucken“ der Jungtiere bewegen. Wenn sich das Männchen in dem Kescher befindet, kann man das Männchen an die Wasseroberfläche führt und leicht aus dem Wasser halten.

Letzteres habe ich öfter gelesen und bisher nur einmal unbewusst gemacht, da mir bei einer nächtlichen Einfangaktion der Brutkasten aus der Hand glitt und ich unbewusst beim Hochheben des Brutkastens den Kescher mit dem Männchen leicht aus dem Wasser hielt. Als ich in das Netz schaute, waren alles Jungtiere im Netz.

 

Abschließend ist zu erwähnen, dass das Männchen nach der Brutphase besonders gut gefüttert bzw. aufgepeppelt werden muss.

 

Die Jungtiere ernähren sich die nächsten 2-3 Tage durch ihren Dottersack. Dennoch empfielt es sich zur Angewöhnung frisch geschlüpfte Nauplien anzubieten.

 

Eine täglich mehrmalige, frische Fütterung der Jungtiere mit z.B. lebenden Nauplien ist das A und O bei der Aufzucht.

 

Das maximum an gesunden Jungtieren betrug bei meinem Zuchtpärchen bei einer Brut 35 Jungtiere.

 

Damit sich die Jungtiere wohl und geschützt fühlen, empfielt es sich einen Seeigelimitat nachzubauen.

 

Siehe hierzu im Bereich DIY

 

Näheres zur Artemia/Nuplienzucht findet ihr hier Artemia Nauplien

 

Bei Fragen könnt ihr mich gerne anschreiben.